Von Äpfeln und Birnen: Wann ist es dasselbe Produkt?
Wie ein Vergleich entscheidet, welche Angebote zusammengehoeren, warum diese Entscheidung eine Wahrscheinlichkeit bleibt und was ein falsch gebildeter Eintrag mit dem Preis macht.
Von der Piqit-Redaktion
Veröffentlicht am 7. August 2026 · Aktualisiert am 14. August 2026
Mit KI erstelltes Bild. Das Motiv ist generiert und zeigt keine reale Szene.Ein Preisvergleich klingt nach einer einfachen Aufgabe: dasselbe Produkt bei mehreren Händlern zeigen, den günstigsten Preis nach oben. Doch die ganze Schwierigkeit steckt in einem Wort. Dasselbe.
Zwei Angebote sind selten gleich beschrieben. Andere Titel, andere Bilder, andere Artikelnummern, beispielsweise auch andere Maßangaben für dasselbe Möbelstück. Wer vergleichen will, muss vorher entscheiden, was überhaupt zusammengehört. Dieser Beitrag beschreibt, wie diese Entscheidung zustande kommt, warum sie nie ganz sicher ist und was schiefgeht, wenn man sie zu forsch trifft.
Ein Produkt, viele Beschreibungen
Ein Sofa steht bei drei Händlern im Angebot. Der erste nennt es „Polstersofa Malmö 3-Sitzer Cord Petrol“, der zweite „MALMOE Sofa 3 Sitzer, Cordstoff blaugrün“, der dritte führt nur den Modellnamen und schreibt die Farbe in die Beschreibung. Die Fotos zeigen dasselbe Möbelstück aus verschiedenen Winkeln. Die Artikelnummern haben nichts miteinander zu tun, denn sie stammen aus drei Warenwirtschaften.
Bei Büchern und Elektronik löst eine Nummer das Problem. Die GTIN, umgangssprachlich der Strichcode, ist weltweit eindeutig; wo sie gepflegt ist, ist die Zuordnung erledigt. In vielen anderen Warengruppen ist sie unvollständig oder fehlt ganz. Möbel kommen häufig ohne sie, weil sie nie durch eine Ladenkasse laufen. Damit fällt das einzige harte Merkmal weg, und die Zuordnung muss aus weichen Merkmalen entstehen.
Was in einem Händler-Feed wirklich steht
Produktdaten kommen als Datei: eine Zeile pro Angebot, Spalten für Titel, Preis, Kategorie, Bild, Beschreibung. Wie diese Spalten gefüllt werden, entscheidet jeder Händler selbst.
In der Praxis heißt das: Maße stehen nicht im Maßfeld, sondern im Fließtext („ca. 210 cm breit, mit Kissen 218 cm“). Einheiten wechseln zwischen Zentimeter und Millimeter. Farben tragen Marketingnamen, und zwischen „Anthrazit“, „Graphit“, „Schiefer“ und „Dunkelgrau“ liegt oft kein sichtbarer Unterschied, sondern nur eine andere Textabteilung. Kategorien folgen der Hausordnung des jeweiligen Shops.
Vor jedem Vergleich steht deshalb ein unspektakulärer Schritt: normalisieren. Einheiten vereinheitlichen, Maße aus Sätzen herausziehen, Farbnamen auf eine gemeinsame Skala legen, Titel in Marke, Modell und Ausführung zerlegen. Erst danach kann man überhaupt anfangen zu vergleichen.


